Gas und Staub in Orions Gürtelregion

Staubwolken und Nebel im Gürtel des Orion um die Sterne Mintaka, Alnilam und Alnitak mit Pferdekopf- und Flammennebel.

Bildcredit und Bildrechte: Matt Harbison (Space4Everybody), Fernerkundungs-Observatorium Marathon

Beschreibung: Wahrscheinlich habt ihr schon einmal den Gürtel des Orion gesehen – aber nicht so. Die drei hellen Sterne in diesem Bild sind – von links nach rechts – Mintaka, Alnilam und Alnitak, die kultigen Gürtelsterne des Orion. Die restlichen Sterne im Bild wurden digital entfernt, um die umgebenden Wolken aus leuchtendem Gas und Staub zu betonen. Manche dieser Wolken haben faszinierende Formen, darunter der Pferdekopf- und der Flammennebel, beide befinden sich rechts unten bei Alnitak.

Dieses detailreiche Bild wurde letzten Monat im Marathon Himmelspark und Observatorium im US-Bundesstaat Texas aufgenommen. Das Bild wurde mit etwa 20 Stunden Belichtungszeit aufgenommen und hat am Himmel eine Ausdehnung von 5 Grad. Es wurde so bearbeitet, dass die Gas- und Staubanteile so dargestellt sind, die wir sehen würden, wenn wir viel näher dran wären.

Der berühmte Orionnebel liegt rechts oben außerhalb des farbenprächtigen Bildes. Die ganze Region ist nur etwa 1500 Lichtjahre entfernt und somit eine der nächstliegenden und am besten erforschten Sternbildungsgebiete.

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Pferdekopfnebel und Flammennebel

Pferdekopfnebel, Flammennebel IC 432 und NGC 2023 im Sternbild Orion.

Bildcredit und Bildrechte: Wissam Ayoub

Beschreibung: Der Pferdekopfnebel ist einer der bekanntesten Nebel am Himmel. Auf diesem Bild ist er ganz rechts als dunkle Einkerbung im orangefarbenen Emissionsnebel erkennbar.

Der Pferdekopfnebel ist dunkel, weil er eigentlich eine undurchsichtige Staubwolke ist, die vor einem hellen Emissionsnebel liegt. Wie viele Wolken in der Erdatmosphäre hat diese kosmische Wolke zufällig eine erkennbare Form angenommen. In ferner Zukunft nach vielen Tausend Jahren innerer Bewegung wird die Wolke sicherlich ein neues Aussehen annehmen. Die orange Farbe des Emissionsnebels stammt von Elektronen, die mit den Protonen von Wasserstoffatomen rekombinieren.

Links unten im Bild liegt der Flammennebel, ein orange getönter Nebel, der ebenfalls komplexe Fasern aus dunklem Staub enthält. Wir sehen außerdem zwei markante Reflexionsnebel: Ganz links den runden IC 432 und links unter dem Pferdekopfnebel den blauen NGC 2023. Beide leuchten vorwiegend im reflektierten Licht ihrer Zentralsterne.

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Pferdekopf- und Orionnebel

Der dunkle Pferdekopfnebel und der leuchtende Orionnebel sind kontrastreiche Gegensätze im Sternbild Orion.

Bildcredit und Bildrechte: Roberto Colombari und Federico Pelliccia

Beschreibung: Der dunkle Pferdekopfnebel und der leuchtende Orionnebel sind kontrastreiche kosmische Ansichten. Sie befinden sich 1500 Lichtjahre entfernt in einem der auffälligsten Sternbilder am Nachthimmel, in diesem fantastischen Mosaik liegen sie in gegenüberliegenden Ecken.

Der vertraute Pferdekopfnebel erscheint als dunkle Wolke, eine kleine Silhouette, die in das lange rote Leuchten links unten gekerbt ist. Alnitak ist der östlichste Stern in Orions Gürtel und der hellste Stern links neben dem Pferdekopf. Unter Alnitak ist der Flammennebel mit Wolken heller Emission und dramatischen Staubbahnen.

Die prächtige Emissionsregion des Orionnebels (alias M42) liegt rechts oben. Links daneben befindet sich ein markanter Reflextionsnebel, der manchmal Laufender Mann genannt wird. Die ganze Region ist von Ranken aus leuchtendem Wasserstoff durchzogen, die leicht erkennbar sind.

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Im Inneren des Flammennebels

Der Flammennebel NGC 2024 ist 1400 Lichtjahre entfernt im Sternbild Orion in der Nähe des Sterns Alnitak.

Bildcredit: NASA, JPL-Caltech, IPAC Infrared Science ArchiveBearbeitung: Amal Biju

Beschreibung: Der Flammennebel ist 1400 Lichtjahre entfernt und ein Prachtstück auf optischen Bildern der staubigen, dicht gedrängten Sternbildungsregionen im Oriongürtel und beim östlichsten Gürtelstern Alnitak. Dieser ist der helle Stern rechts auf diesem Infrarotbild des Weltraumteleskops Spitzer.

Die Infrarotansicht ist ungefähr 15 Lichtjahre breit und führt euch ins Innere des Nebels mit leuchtendem Gas und undurchsichtigen Staubwolken. Sie zeigt viele Sterne des in jüngster Zeit entstandenen, eingebetteten Sternhaufens NGC 2024, der etwa in der Mitte konzentriert ist. Die Sterne in NGC 2024 sind zwischen 200.000 und 1,5 Millionen Jahre jung.

Die Daten lassen den Schluss zu, dass die jüngsten Sterne um die Mitte des Flammennebelhaufens konzentriert sind. Das ist das Gegenteil der einfachsten Modelle für Sternentstehung in einem Sternentstehungsgebiet, die besagen, dass die Sternbildung im dichten Zentrum eines Molekülwolkenkerns beginnt. Das Ergebnis erfordert ein komplexeres Modell für Sternbildung im Inneren des Flammennebels.

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Alnitak und der Flammennebel

Der Flammennebels (NGC 2024) liegt 1500 Lichtjahre entfernt im Sternbild Orion.

Bildcredit und Bildrechte: Team ARO

Beschreibung: Was beleuchtet den Flammennebel? 1500 Lichtjahre entfernt liegt ein Nebel im Sternbild Orion, der wegen seines Leuchtens und der dunklen Staubbahnen wie ein loderndes Feuer wirkt (links).

Doch Feuer – die rasante Aufnahme von Sauerstoff – ist nicht das, was diese Flamme zum Leuchten bringt, sondern der helle Stern Alnitak, der östlichste Stern im Gürtel des Orion. Er steht ganz links und strahlt energiereiches Licht in die Flamme. Dabei werden Elektronen aus den großen Wasserstoffwolken geschlagen, die sich dort befinden. Ein Großteil des Leuchtens entsteht, wenn die Elektronen und der ionisierte Wasserstoff rekombinieren.

Dieses Bild des Flammennebels (NGC 2024) wurde in drei sichtbaren Farbbereichen fotografiert und durch Details ergänzt, die von einer Langzeitbelichtung stammen. Letztere wurde in Licht fotografiert, das nur von Wasserstoff abgestrahlt wird. Der Flammennebel ist Teil des Orion-Molekülwolkenkomplexes. Diese Sternentstehungsregion enthält auch den berühmten Pferdekopfnebel.

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Orion über den argentinischen Bergen

Bergpanorama mit den Gürtelsternen des Orion und dem Orionnebel, dem Pferdekopfnebel, dem Flammennebel und der Barnardschleife.

Bildcredit und Bildrechte: Nicolas Tabbush

Beschreibung: Erkennen Sie das Sternbild Orion? Es ist auf dem heute gezeigten Bild vielleicht schwieriger als sonst, weil die Kamera das Zentrum optisch näherholte. Außerdem wurden die Aufnahmen länger belichtet, um mehr Nebel darzustellen als jene, die das bloße menschliche Auge sehen kann.

Wenn man sich erst einmal orientiert hat, erkennt man in der Mitte die drei Gürtelsterne des Orion senkrecht in einer Reihe, und links oben den vertrauten Orionnebel. Zu den berühmten blassen, hier sichtbaren Strukturen gehören die dunkle Einkerbung des Pferdekopfnebels in der Bildmitte und rechts daneben der staubige Flammennebel. Ganz rechts ist auch ein Teil der Barnarschleife zu sehen, die rings um Orion verläuft.

Für das Bild wurden mehrere nachgeführte Aufnahmen vom Hintergrund in verschiedenen Farben mit einer einzelnen statischen Vordergrundaufnahme kombiniert. Alle Fotos wurden mit derselben Kamera am selben Ort fotografiert und. Die malerische Szene entstand Anfang des letzten Jahres in den Bergen von San Juan in Argentinien.

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Orion, 212 Stunden belichtet

Das Sternbild Orion und die umgebende Region mit Barnardschleife, Beteigeuze, Rigel, Lambda Orionis, Rosettennebel, Pferdekopfnebel, Hexenkopfnebel, Flammennebel, Fuchsfellnebel und vielen mehr (siehe Text).

Bildcredit und Bildrechte: Stanislav Volskiy, überlagerte Beschriftung: Judy Schmidt

Das Sternbild Orion bietet viel mehr als drei Sterne in einer Reihe. Es ist eine Richtung im Raum voller interessanter Nebel. Um diesen bekannten Ausschnitt am Himmel besser zu würdigen, wurde er in den Jahren 2013 und 2014 viele klare Nächte lang für eine extrem lang belichtete Aufnahme fotografiert. Die Kamerazeit betrug 212 Stunden, und die Dateien wurden ein weiteres Jahr bearbeitet. So entstand diese Collage aus 1400 Aufnahmen. Sie ist breiter als 40 Winkeldurchmesser des Mondes.

Ein besonders auffälliges Detail ist die Barnardschleife. Sie ist der helle, rote, runde Bogen, der sich von der Mitte aus nach links unten wölbt. Der Rosettennebel ist nicht der große rote Nebel oben. Dieser ist der größere, aber weniger bekannte Nebel Lambda Orionis. Doch man sieht auch der Rosettennebel. Es ist der kleine, rot-weiße Nebel links oben. Der helle orangefarbene Stern über der Bildmitte ist Beteigeuze. Rechts unten ist der helle blaue Stern Rigel.

Weitere berühmte Nebel sind der Hexenkopfnebel, der Flammennebel, der Fuchsfellnebel und – wenn ihr wisst, wo ihr suchen müsst – der relativ kleine Pferdekopfnebel. Die berühmten drei Sterne im Gürtel des Jägers Orion sind auf diesem überfüllten Bild schwer erkennbar. Doch ein scharfes Auge findet sie rechts unter der Bildmitte.

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Im Innern des Flammennebels

Siehe Erklärung. Ein Klick auf das Bild lädt die höchstaufgelöste verfügbare Version.

Bildcredit und Bildrechte: Optisch: DSS; Infrarot: NASA/JPL-Caltech; Röntgen: NASA/CXC/PSU/ K.Getman, E.Feigelson, M.Kuhn und das MYStIX-Team

Beschreibung: Dieses Bild in sichtbarem Licht blickt zu einer staubigen, dicht gedrängten Sternbildungsregion im Gürtel des Orion, die etwa 1400 Lichtjahre entfernt ist, darin tritt der Flammennebel markant hervor. Doch Röntgendaten des Chandra-Observatoriums und Infrarotbilder des Weltraumteleskops Spitzer führen Sie ins Innere des leuchtenden Gases und der undurchsichtigen Staubwolken.

Schieben Sie Ihren Mauspfeil (oder klicken Sie auf das Bild), dann sehen Sie viele Sterne des vor kurzer Zeit entstandenen, eingebetteten Haufens NGC 2024, der zwischen 200.000 und 1,5 Millionen Jahre jung ist. Das darübergelegte Röntgen-Infrarot Kompositbild zeigt eine etwa 15 Lichtjahre breite Region im Zentrum des Flammennebels.

Die Rönten-Infrarot-Daten lassen vermuten, dass die jüngsten Sterne in der Mitte des Flammennebelhaufens konzentriert sind. Das wäre das Gegenteil des einfachsten Entstehungsmodells für das Sternbildungsgebiet, dem zufolge die Sternbildung im dichteren Zentrum eines Molekülwolkenkerns beginnt. Das Ergebnis erfordert ein komplexeres Modell; vielleicht dauert die Sternbildung im Zentrum länger an, oder ältere Sterne werden bei Verschmelzungen von Unterhaufen aus dem Zentrum ausgestoßen.

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