Sterne und Staub in der Südlichen Krone

Helle Sterne sind von blauen Nebeln umgeben. Dazwischen befinden sich auch Herbig-Haro-Objekte mit gekrümmten Staubbögen. Um die blauen Nebel sind dunkle Nebel verteilt. Sie verdecken Sterne, die dahinter liegen.

Bildcredit und Bildrechte: Josep Drudis

Kosmische Staubwolken und junge, energiereiche Sterne sind in dieser Ansicht verteilt. Sie ist weniger als 500 Lichtjahre entfernt und wurde mit einem Teleskop fotografiert. Wir finden sie im Norden der Südlichen Krone (Corona Australis). Die Staubwolken verdecken das Licht von Sternen in der Milchstraße im Hintergrund, die weiter entfernt sind.

Der eindrucksvolle Komplex besteht aus Reflexionsnebeln, die als NGC 6726, NGC 6727 und IC 4812 katalogisiert sind. Die charakteristische Farbe entsteht, wenn das blaue Licht der heißen, jungen Sterne in der Region vom kosmischen Staub reflektiert wird. Der Staub verdeckt auch Sterne, die gerade erst entstehen.

Der kleinere gelbliche Nebel NGC 6729 rechts oben krümmt sich um den jungen veränderlichen Stern R Coronae Australis. Die leuchtenden Bögen und Schleifen in der Nähe wurden von den Ausströmungen der eingebetteten neuen Sternen komprimiert. Man bezeichnet sie als Herbig-Haro-Objekte.

Am Himmel ist dieses Sichtfeld ungefähr 1 Grad breit. Das entspricht in der geschätzten Entfernung der nahen Sternbildungsregion fast 9 Lichtjahren.

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ESO 137-001 entblättern

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Bildcredit: NASA, ESA, CXC

Beschreibung: Die Spiralgalaxie ESO 137-001 rast durch den massereichen Galaxienhaufen Abell 3627, der ungefähr 220 Millionen Lichtjahre entfernt ist. Die ferne Galaxie liegt in diesem farbenprächtigen Hubble-Chandra-Kompositbild hinter den Milchstraßensternen im Vordergrund des südlichen Sternbildes Südliches Dreieck. Da die Spirale mit fast 7 Millionen Kilometern pro Stunde dahinrast, werden Gas und Staub darin entfernt, wenn der Staudruck des heißen, dünnen Mediums im Galaxienhaufen stärker wird als die Gravitation in der Galaxie.

Anhand der Daten von Hubble im sichtbaren Licht ist klar erkennbar, dass im abgestreiften Material entlang der kurzen, nachziehenden blauen Schliere helle Sternhaufen entstanden sind. Chandras Röntgendaten zeigen die gewaltige Ausdehnung des aufgeheizten, abgestreiften Gases als diffuse Bahnen in dunklerem Blau, die sich über mehr als 400.000 Lichtjahre zum rechten unteren Rand ausdehnen. Der deutliche Verlust an Staub und Gas macht neue Sternbildung in dieser Galaxie schwierig. Im Bild liegt rechts neben ESO 137-001 eine gelbliche elliptische Galaxie, der es an Sterne bildendem Staub und Gas mangelt.

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Messier 20 und 21

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Bildcredit und Bildrechte: Ignacio Diaz Bobillo

Beschreibung: Der schöne Trifidnebel ist auch als Messier 20 bekannt und mit einem Teleskop leicht im nebelreichen Sternbild Schütze zu finden. Die farbenprächtige kosmische Kontraststudie ist ungefähr 5000 Lichtjahre entfernt, sie teilt sich dieses gut komponierte, fast 1 Grad weite Feld mit dem offenen Sternhaufen Messier 21 (rechts unten).

Der Trifid ist ungefähr 40 Lichtjahre groß und wird von Staubbahnen dreigeteilt. Er ist an die 300.000 Jahre alt, somit ist er eine der jüngsten Sternbildungsregionen am Himmel, die neu geborenen und embryonischen Sterne sind in die Staub- und Gaswolken ihrer Entstehung eingebettet. Die Entfernung des offenen Haufens M21 wird ähnlich geschätzt wie die von M20, doch obwohl sie sich diese prächtige Teleskop-Himmelslandschaft teilen, gibt es keine offensichtliche Verbindung zwischen den beiden. Die Sterne von M21 sind nämlich viel älter, ungefähr 8 Millionen Jahre alt.

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Dunkle Nebel im Stier

Die Wolken im Bild sind rötlich-braun und dunkel. Dazwischen leuchten einige blaue Sterne.
Bildbearbeitung und Bildrechte: Oliver CzernetzDaten: Digitized Sky Survey (POSS-II)

Manchmal ist sogar der dunkle Staub im interstellaren Raum eine stille Schönheit. Ein solcher Ort liegt im Sternbild Stier. Diese Fasern ziehen am Himmel zwischen dem Sternhaufen der Plejaden und dem Kaliforniennebel. Der Staub ist nicht für sein Leuchten bekannt. Stattdessen ist er dunkel und undurchdringlich.

Einige helle Sterne sind sichtbar, weil der braune Staub ihr blaues Licht reflektiert. Andere Sterne wirken ungewöhnlich rot, denn ihr Licht dringt kaum durch eine Säule aus dunklem Staub. Übrig bleibt nur die rote Farbe, nachdem das blaue Licht gestreut wurde. Noch mehr Sterne liegen hinter Staubsäulen. Sie sind so dicht, dass man die Sterne nicht sieht.

Die Szene wirkt ruhig, doch sie zeigt einen ständigen Kreislauf aus Tumult und Neuschaffung. Viele massereiche Knoten aus Gas und Staub kollabieren durch Gravitation und bilden neue Sterne. In den Atmosphären der Sterne entsteht neuer Staub. Die Gestirne zerstören wiederum mit ihrem energiereichen Licht und ihren Sternwinden den alten Staub.

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Nahaufnahme von NGC 6744 von Hubble

Das Zentrum der Galaxie NGC 6744 im Sternbild Pfau schimmert gelblich, außen herum sind Regionen mit Sternbildung und Sternhaufen.
Bildcredit: NASA, ESA und das LEGUS-Team

Die schöne Spiralgalaxie NGC 6744 ist fast 175.000 Lichtjahre groß. Damit ist sie größer als unsere Milchstraße. Sie ist ungefähr 30 Millionen Lichtjahre entfernt. Wir finden sie im südlichen Sternbild Pfau. Ihre galaktische Scheibe sehen wir schräg von oben. Diese Nahaufnahme von Hubble zeigt etwa 24.000 Lichtjahre in der Zentralregion des nahen Inseluniversums NGC 6744. Das detailreiche Porträt kombiniert sichtbares und ultraviolettes Licht.

Im gelblichen Kern der riesigen Galaxie schimmert das Licht alter, kühler Sterne. Außen um den Kern liegen rötliche Regionen mit Sternbildung und junge Sternhaufen. Sie sind an den inneren Spiralarmen verteilt. Die jungen Sternhaufen leuchten hell in ultraviolettem Licht. Sie sind in den Farben Blau und Magenta dargestellt.

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Im Zentrum des Tarantelnebels

Wild verschlungene Staubfasern füllen das Sichtfeld. In der Mitte leuchten sie hell, weiter außen sind sie rötlich gefärbt. Außen sind teilweise Sterne sichtbar.

Bildcredit: ESA, NASA, Hubble, ESO; Bearbeitung: Danny LaCrue

Im Tarantelnebel gibt es riesige Blasen aus angeregtem Gas, lange Fasern aus dunklem Staub und ungewöhnlich massereiche Sterne. Mitten im Nebel leuchtet ein Knoten aus Sternen. Er ist so dicht, dass man ihn früher für einen einzigen Stern hielt. Dieser Sternhaufen wird heute als R136 oder NGC 2070 bezeichnet. Er liegt über der Mitte dieses Bildes und enthält viele heiße junge Sterne. Ihr energiereiches Licht ionisiert laufend das Gas im Nebel. Zugleich höhlt ihr starker Teilchenwind Blasen aus und formt verschlungene Fasern.

Dieses Bild ist charakteristisch eingefärbt. Es entstand aus Bildern des Weltraumteleskops Hubble* und des New Technology Telescope NTT der ESO in Chile, die digital kombiniert wurden. Es zeigt viele Details im turbulenten Zentrum des Nebels in der Großen Magellanschen Wolke GMW. Der Tarantelnebel wird auch 30 Doradus genannt. Er ist eine der größten Sternbildungsregionen, die wir kennen. Alle paar Millionen Jahre kam es phasenweise darin zu ungewöhnlich starker Sternbildung.

*Das Weltraumteleskop Hubble ist ein gemeinsames Projekt von NASA und ESA.

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Blick auf NGC 3344

Eine Spiralgalaxie füllt das Bild. Innen schimmern gelbliche Sterne, in den Spiralarmen liegen viele Sternhaufen und Regionen mit Sternbildung.

Bildcredit: ESA / Hubble und NASA

An unserem Aussichtspunkt in der Milchstraße sehen wir NGC 3344 von oben. Die große, schöne Spiralgalaxie ist fast 40.000 Lichtjahre groß. Sie ist nur 20 Millionen Lichtjahre entfernt und steht im Sternbild Kleiner Löwe.

Die mehrfarbige Nahaufnahme stammt vom Weltraumteleskop Hubble. Sie wurde in Wellenlängen von nahem Infrarot bis Ultraviolett aufgenommen. In NGC 3344 sind erstaunliche Details erkennbar. Das Bild zeigt etwa 15.000 Lichtjahre der Zentralregion der Spirale. Vom Kern nach außen wechseln die Farben der Galaxie. Das gelbliche Licht alter Sterne färbt das Zentrum. An den losen, bruchstückhaften Spiralarme sind junge, blaue Sternhaufen und rötliche Sternbildungsregionen angeordnet. Die hellen, gezackten Sterne sind natürlich näher als NGC 3344. Sie liegen weit in unserer Milchstraße.

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Die Nadelöhrgalaxie NGC 247 und ihre Freundinnen

Rechts ist die Galaxie NGC 247. Sie hat eine kahle Stelle in den Spiralarmen, daher erinnert ihr Aussehen an ein Nadelöhr. Links unten ist eine Kette aus mehreren Galaxien, von denen mindestens zwei miteinander wechselwirken.

Bildcredit und Bildrechte: CHART32 Team, BearbeitungJohannes Schedler

Die Spiralgalaxie NGC 247 ist etwa 70.000 Lichtjahre groß, also etwas kleiner als unsere Milchstraße. Die gemessene Entfernung beträgt nur 11 Millionen Lichtjahre, Sie ist also relativ nahe. Wir sehen die Galaxie, die dieses Teleskopfeld bestimmt, fast von der Seite. Sie liegt im südlichen Sternbild Walfisch.

Auf einer Seite hat die Scheibe der Galaxie eine ausgeprägte Leere. So bekam sie ihren gängigen Namen Nadelöhrgalaxie. Das scharfe Porträt zeigt auch viele Galaxien im Hintergrund. Links unter NGC 247 verläuft zum Beispiel eine markante Kette aus vier Galaxien. Es ist die Burbidge-Kette.

Die Galaxien der Burbidge-Kette sind ungefähr 300 Millionen Lichtjahre entfernt. Das detailreiche Bild zeigt, dass zwei Galaxien links in der Kette miteinander wechselwirken. Sie sind durch eine blasse Materiebrücke verbunden. NGC 247 und die glänzende Spirale NGC 253 gehören zur Sculptor-Galaxiengruppe.

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