Bögen, Strahlen und Stoßwellen um NGC 1999

Zwischen einem Gewirr rot leuchtender Staubwolken strahlen einige helle blaue Sterne mit Zacken. Einige wenige blaue Reflexionsnebel blitzen durch die Lücken der roten Nebel.

Bildcredit und Bildrechte: Mark Hanson

Diese Ansammlung von Nebeln und Sternen liegt etwa zwei Grad südlich des berühmten Orionnebels, in dem Sterne entstehen. Die Region ist voller energiereicher junger Sterne. Sie erzeugen Strahlen und Ausflüsse, die mit Hunderten Kilometern pro Sekunde in das Material dringen, das sie umgibt. Durch die Wechselwirkung entstehen leuchtende Stoßwellen. Sie sind als Herbig-Haro-Objekte (HH) bekannt.

Der anmutige fließende Bogen rechts neben der Mitte ist als HH 222 katalogisiert. Man nennt ihn auch Wasserfallnebel. Das Objekt HH 401 liegt unter dem Wasserfall. Es hat die auffällige Form eines Kegels. Der helle bläuliche Nebel links unter der Mitte ist NGC 1999. Er ist eine staubige Wolke, die das Licht eines veränderlichen Sterns reflektiert, der darin eingebettet ist.

Das ganze kosmische Panorama ist mehr als 30 Lichtjahre breit. Es verläuft am Rand des Orion-Molekülwolkenkomplexes, der etwa 1500 Lichtjahre entfernt ist.

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NGC 6946 ins Auge sehen

Die Galaxie NGC 6946 ist von oben sichtbar. An ihren Spiralarmen sind blaue Sternhaufen und rote Sternbildungsgebiete verteilt, in der Mitte leuchtet sie gelb.

Bildcredit: KompositbilddatenSubaru-Teleskop (NAOJ) und Robert Gendler; BearbeitungRobert Gendler

Von der Milchstraße aus sehen wir NGC 6946 von oben. Die prachtvolle Spiralgalaxie ist nur 10 Millionen Lichtjahre entfernt. Sie liegt im hohen, fernen Sternbild Kepheus hinter einem nahen Schleier aus Staub und Sternen.

Vom Kern aus ändern sich die Farben der Galaxie: Im Zentrum leuchtet das gelbliche Licht alter Sterne, weiter außen sind junge blaue Sternhaufen und rötliche Regionen mit Sternbildung an den losen, lückenhaften Spiralarmen verteilt. NGC 6946 leuchtet auch im Infrarotlicht hell. Sie enthält viel Gas und Staub und hat eine hohe Rate an Sternentstehung und Sternzerstörung. Seit Beginn des 20. Jahrhunderts entdeckte man mindestens neun Supernovae in NGC 6946. Eine Supernova ist die finale Explosion eines massereichen Sterns.

NGC 6946 ist fast 40.000 Lichtjahre breit. Man kennt sie auch als Feuerwerksgalaxie. Dieses außergewöhnliche Porträt von NGC 6946 ist ein Komposit aus Bilddaten des Subaru-Teleskops. Es steht auf dem Mauna Kea und hat einen 8,2 Meter großen Spiegel.

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LL Ori und der Orionnebel

Das Bild wirkt wie ein Gemälde in rosa und gelben Farbtönen, es sind Nebel mit einigen eingebetteten Sternen, um die eine Bugwelle verläuft.

Bildcredit: NASA, ESA und das Hubble-Vermächtnis-Team

Im Gas- und Staubmeer des Orionnebels schlagen die Sterne Wellen. Die ästhetische Nahaufnahme mit kosmischen Wolken und Sternwinden zeigt den Stern LL Orionis, der mit dem Fluss des Orionnebels in Wechselwirkung tritt.

Der veränderliche Stern LL Orionis ist noch in den Jahren seiner Entstehung. Er treibt durch das Sternbildungsgebiet im Orion und erzeugt einen stärkeren Wind als unserer Sonne, die im mittleren Alter ist. Wenn der schnelle Sternwind auf langsames Gas trifft, entsteht eine Stoßfront, ähnlich wie die Bugwelle eines Bootes, das durchs Wasser fährt, oder bei einem Flugzeug, das schneller fliegt als der Schall.

Links über der Mitte ist ein kleiner, zierlicher Bogen. Es ist die kosmische Bugstoßwelle von LL Oris. Sie ist etwa ein halbes Lichtjahr lang. Das langsamere Gas strömt aus dem Trapez, das ist der heiße Sternhaufen im Orionnebel. Es liegt links oben außerhalb des Bildes. Die Stoßfront um LL Ori hat im Raum die Form einer Schale. Sie wirkt dort am hellsten, wo man sie von der Seite sieht.

Das schöne Bild wirkt wie ein Gemälde. Es ist Teil eines großen Mosaiks und zeigt das komplexe Gebiet im Orion mit Sternbildung. Mit den Sternen entstehen auch die vielen fließenden Formen.

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Glücks-Wagenrad

Die drei Galaxien im Bild wirken verzerrt. Rechts ist eine Galaxie, die im inneren Kern gelb leuchtet und sehr eng gewickelte Spiralarme hat. Außen herum verläuft ein blauer heller Kreis aus Sternen. Zwischen dem Kern und dem Ring verlaufen zarte Speichen. Links sind zwei viel kleinere Galaxien, die untere leuchtet gelblich und wirkt strukturiert, die obere ist verzerrt und leuchtet blau.

Bildcredit: ESA, NASA

Als zwei Galaxien kollidierten, entstand eine Form in kosmischem Maßstab, die man überraschend gut erkennt: die Wagenradgalaxie. Sie gehört zu einer Gruppe an Galaxien im Sternbild Bildhauer, die etwa 500 Millionen Lichtjahre entfernt ist. Links leuchten zwei kleinere Galaxien der Gruppe.

Der Radkranz der Wagenradgalaxie ist eine gewaltige Struktur und hat die Form eines Ringes. Er ist etwa 150.000 Lichtjahre breit und besteht aus neuen, extrem hellen Sternen, die viel Masse besitzen. Wenn Galaxien kollidieren, dringt eine Galaxie durch die andere. Doch ihre einzelnen Sterne berühren sich nur selten. Die Kollision verzerrt die Gravitationsfelder der Galaxie.

Die Ringform entstand durch die gravitative Erschütterung. Wie wurde von einer kleinen Galaxie verursacht, die in eine große Galaxie eindrang. Sie komprimierte interstellares Gas und Staub und löste eine Welle an Sternbildung aus, die vom Punkt des Aufschlags nach außen wanderte. Es war wie eine Welle auf der Oberfläche eines Teiches. Hier war die große Galaxie vielleicht ursprünglich eine Spirale, ähnlich wie unsere Milchstraße. Durch die Kollision erhielt sie die Form eines Rades. Doch was geschah mit dem kleinen Eindringling in die Galaxie?

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Die Kaulquappen in IC 410

In einem blau schimmernden Teich, der von braunen und dunklen Staubwolken umgeben ist, schwimmen unten zwei Gebilde, die an Kaulquappen erinnern.

Bildcredit: Juan Ignacio Jimenez

Diese Nahaufnahme entstand mit Teleskop. Sie zeigt den blassen Emissionsnebel IC 410. Links unter der Mitte schwimmen zwei interessante Bewohner im kosmischen Teich aus Gas und Staub: Es sind die Kaulquappen von IC 410. Der Nebel ist teilweise von Staub im Vordergrund verdeckt. Er umgibt NGC 1893, einen jungen galaktischen Sternhaufen.

Der ungemein heiße, helle Sternhaufen ist vor etwa vier Millionen Jahren in einer interstellaren Wolke entstanden. Er regt das Gas an und bringt es zum Leuchten. Die Kaulquappen bestehen aus dichterem, kühlerem Gas und Staub. Sie sind ungefähr 10 Lichtjahre lang. Wahrscheinlich sind es Orte, an denen Sternbildung beginnt. Ihre Köpfe wurden von den Winden und der Strahlung der Haufensterne geformt. Die Kaulquappen sind von hellen Rändern aus ionisiertem Gas umgeben. Ihre Schweife zeigen von der Zentralregion fort.

IC 410 liegt etwa 10.000 Lichtjahre entfernt im nebelreichen Sternbild Fuhrmann.

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Bänder und Perlen der Spiralgalaxie NGC 1398

Um das Zentrum der Spiralgalaxie NGC 1398 im Sternbild Chemischer Ofen verläuft ein Ring. Auch sonst wirkt die Spiralgalaxie ungewöhnlich.

Bildcredit: Europäische Südsternwarte ESO

Warum läuft um das Zentrum mancher Spiralgalaxien ein Ring? Die Mitte der Spiralgalaxie NGC 1398 ist nicht nur von einem perlenartiger Ring aus Sternen, Gas und Staub umgeben. Es verläuft auch ein Balken aus Sternen und Gas durch das Zentrum. Die Spiralarme weiter außen wirken wie Bänder.

Dieses Bild wurde mit dem Very Large Telescope VLT der ESO am Paranal-Observatorium in Chile fotografiert. Die prächtige Spirale NGC 1398 ist sehr detailreich aufgelöst. Ihre Distanz beträgt etwa 65 Millionen Lichtjahre. Das bedeutet: Das Licht der Galaxie, das wir heute sehen, entstand, als die Dinosaurier von der Erde verschwanden.

Die fotogene Galaxie NGC 1398 sieht man mit einem kleinen Teleskop im Sternbild Chemischer Ofen (Fornax). Der Ring um das Zentrum ist wahrscheinlich eine Dichtewelle aus Sternbildung, die sich ausdehnt. Ausgelöst wurde sie wohl durch eine gravitative Begegnung mit einer weiteren Galaxie oder durch Asymmetrien der Gravitation in der Galaxie.

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Wolken in der GMW

Die Wolken, die lose im Bild verteilt sind, leuchten zart violett und hellblau. Von links unten ragt ein zarter Sternenbalken ins Bild.

Bildcredit und Bildrechte: Josep Drudis, Don Goldman

Das detailreiche Teleskop-Mosaik zeigt die Große Magellansche Wolke (GMW). Sie ist ein prachtvoller Anblick am Südhimmel. Die Szene wurde mit Breit- und Schmalbandfiltern aufgenommen. Sie ist ungefähr 5 Grad breit oder 10 Vollmonde breit. Die Schmalbandfilter lassen nur das Licht der Atome von Wasserstoff und Sauerstoff durch.

Das energiereiche Licht der Sterne ionisiert die Atome. Wenn die Elektronen mit den Atomen rekombinieren, strahlen sie ihr typisches Licht ab. Dabei gehen die Atome in einen Zustand mit weniger Energie über. Die GMW ist hier von Wolken aus ionisiertem Gas bedeckt, die ihre massereichen jungen Sterne umhüllen.

Das Licht von ionisiertem Wasserstoff prägt die leuchtenden Wolken. Wie werden als H II-Regionen bezeichnet. Starke Sternwinde und ultraviolette Strahlung meißeln sie in Form. Die große Region mit Sternbildung links ist der Tarantelnebel. Er besteht aus vielen H II-Regionen, die sich überlappen.

Die GMW ist der größte Begleiter unserer Milchstraße. Sie ist ungefähr 15.000 Lichtjahre groß, 160.000 Lichtjahre entfernt und liegt im Sternbild Schwertfisch.

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Ein Elefantenrüssel in Kepheus

Siehe Erklärung. Ein Klick auf das Bild lädt die höchstaufgelöste verfügbare Version.

Bildcredit und Bildrechte: Bearbeitung – Robert Gendler, Roberto Colombari; Daten – Subaru-Teleskop (NAOJ), Robert Gendler, Adam Block

Hier seht ihr den staubigen Elefantenrüssel-Nebel. Er windet sich in IC 1396, einem Komplex aus Emissionsnebeln und jungen Sternhaufen. IC 1396 liegt im hohen Sternbild Kepheus. Die Nahaufnahme entstand aus Bilddaten von großen und kleinen Teleskopen.

Der kosmische Elefantenrüssel ist auch als vdB 142 bekannt und mehr als 20 Lichtjahre lang. Die farbige Ansicht betont helle, zurückgefegte Grate. Diese umfassen Taschen aus kühlem interstellarem Staub und Gas. Solche Wolken, die in dunkle Ranken eingebettet sind, enthalten das Rohmaterial für neue Sterne. Im Inneren verbergen sich oft Protosterne.

Der relativ blasse Komplex IC 1396 ist fast 3000 Lichtjahre entfernt. Die große Region ist am Himmel mehr als 5 Grad breit. Das Feld der dramatischen Szene misst ein 1 Grad, es ist also etwa so breit wie 2 Vollmonde.

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