Salz, Pfeffer und Eis

Videocredit und -rechte: Maroun Habib (Moophz)

Gerade wandert ein fotogener Komet über den Himmel. Komet 21P / Giacobini-Zinner ist etwas zu blass für das bloße Auge, doch er entwickelte einen langen Schweif. Dieser ist ein schöner Anblick für Ferngläser und empfindliche Kameras.

Dieses Zeitraffervideo wurde letzte Woche aufgenommen. Es zeigt die Bewegung des Kometen 21P am Himmel. 90 Minuten Aufnahme wurden zu etwa 2,5 Sekunden komprimiert. Der Schweif von 21P folgt nicht der Bewegung des Kometen, was seltsam wirkt. Der Grund dafür ist, dass Kometenschweife immer von der Sonne weggerichtet sind. Als der Komet fotografiert wurde, wanderte er nicht in Richtung Sonne. Weit im Hintergrund sieht man links oben M37, er heißt auch Salz-und-Pfeffer-Sternhaufen. Über der Bildmitte steht der helle, rote Stern V440 Aurigae.

Diese Kugel aus Eis, die Staub schleuderte, ist 2 km groß. Sie passierte letzte Woche ihren sonnen- und den erdnächsten Punkt. Nun verblasst sie, während sie zum Südhimmel weiterzieht. Doch Komet 21P sollte weiterhin sichtbar sein. Noch ungefähr einen Monat lang bleibt sie ein fotogenes Ziel für Kameras auf Stativ.

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Blauer Komet in den Hyaden

Die Hyaden füllen dieses Bildfeld. Rechts unten leuchtet der helle Stern Aldebaran in orangen Farben. Links oben ist der Komet C/2016 R2 PanSTARRS. Sein blauer Schweif zeigt nach rechts unten.

Bildcredit und Bildrechte: Rogelio Bernal Andreo (Deep Sky Colors)

Die Sterne des Sternhaufens Hyaden sind im Mosaikbild verteilt. Es entstand aus Bilddaten vom 12. Jänner und ist am Himmel im Sternbild Stier mehr als 5 Grad breit. Der auffällig blaue Komet C/2016 R2 PanSTARRS zieht derzeit durch das Sonnensystem. Er schimmert in diesem weiten Sichtfeld.

Oben befindet sich mitten im Bild die V-Form im Sternhaufen der Hyaden. Der helle Aldebaran ist der Alphastern im Stier. Er verankert das Bild rechts unten. Aldebaran ist ein kühler Roter Riese. Er schimmert im farbigen Sternfeld in orangen Farben. Die Sterne der Hyaden sind 151 Lichtjahre entfernt versammelt. Dagegen ist Aldebaran nur 65 Lichtjahre entfernt und somit nicht in der Nähe der Haufensterne.

Am 12. Jänner war C/2016 R2 mehr als 17 Lichtminuten vom Planeten Erde entfernt und fast 24 Lichtminuten von der Sonne. Die blaue Farbe im Schweif stammt großteils von Kohlenstoffmonoxid, das im Sonnenlicht fluoresziert. Kopf und Koma des Kometen leuchten leicht grünlich. Wahrscheinlich entsteht die Farbe durch die Emission von zweiatomigem Kohlenstoff.

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Komet Machholz nähert sich der Sonne

Das Bild ist blau gefärbt. Von links oben ragt eine Stange mit einer Abdeckscheibe für die Sonne ins Bild. Hinter der Scheibe strömt die Korona der Sonne ins Bild. Rechts zieht Komet Machholz einen langen Bogen. Dabei zeigt sein langer Schweif von der Sonne fort und zieht dem Kometen leicht hinterher.

Bildcredit: NASA, SOHO, LASCO, Barbara Thompson (NASA’s GSFC)

Warum enthält Komet Machholz so wenige Chemikalien, die Kohlenstoff enthalten? Komet 96P/Machholz rühmt sich, der Sonne näher zu kommen als jeder andere Komet mit kurzer Periode. Er kommt ihr doppelt so nahe wie Merkur, und das alle fünf Jahre. Um diesen ungewöhnlichen Kometen besser zu verstehen, folgte die Sonde SOHO der NASA, welche die Sonne beobachtet, dem Kometen bei seiner jüngsten Annäherung an die Sonne, die im Oktober stattfand.

Dieses Bildkomposit zeigt, wie der Komet mit langem Schweif an der Sonne vorbeisaust. Die helle Oberfläche der Sonne ist von einer dunklen Scheibe bedeckt. Doch man sieht Teile der ausgedehnten Sonnenkorona. Hinten leuchten Sterne. Eine Hypothese besagt, dass Komet Machholz durch diese engen Annäherungen an die Sonne seinen Kohlenstoff verliert. Eine andere Hypothese postuliert, dass der Komet weit entfernt mit dieser Zusammensetzung entstand – vielleicht sogar in einem anderen Sternsystem.

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Zwei Kometen und ein Sternhaufen

Rechts im Bild leuchtet der Sternhaufen der Plejaden, in seiner Umgebung leuchtet der Staub blau. Die Staubwolken sind im ganzen Bild verteilt. Rechts leuchtet die grüne Koma des Kometen ASAS-SN, in der Mitte der Komet PanSTARRS.

Bildcredit und Bildrechte: Damian Peach

Nahe beim berühmten Sternhaufen der Plejaden sind zwei ungewöhnliche Flecken unterwegs. Sie wandern jede Nacht nur ein kleines Stück weiter. Es sind Kometen im nahen Sonnensystem, die zufällig in das Sichtfeld der Sterne geraten sind. Sie sind Lichtjahre entfernt.

Links steht Komet C/2017 O1 ASAS-SN. Der Block aus verdampfendem Eis ist viele Kilometer groß und präsentiert eine helle Koma. In dieser Koma leuchtet grünes Kohlenstoffgas. Komet ASAS-SN1 rechts entwickelt unten einen kleinen Schweif. Auch Komet C/2015 ER61 PanSTARRS in der Bildmitte ist ein riesiger Block aus sublimierendem Eis. Sein Schweif ist länger und zeigt nach rechts.

Rechts oben leuchten die Plejaden. Sie sind ein offener Sternhaufen mit hellen blauen Sternen. Diese Sterne beleuchten den Staub in ihrer Nähe. Diese Aufnahme entstand vor ungefähr zwei Wochen. Sie ist sehr detailreich. Der gefaserte interstellare Staub füllt das ganze Bildfeld. Die Plejaden sind mit bloßem Auge sichtbar. Doch um die Kometen zu sehen, braucht man ein Fernglas.

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Konjunktion von Kometen

Zwei Kometen ziehen durch dieses dicht gefüllte Sternfeld.

Bildcredit und Bildrechte: Jose J. Chambo (Cometografia)

Das hübsche Sternfeld wurde morgens am 17. September fotografiert. Es zeigt eine Konjunktion von Kometen. Links unten steht Komet C/2017 O1 ASASSN. Im Juli entdeckte ihn eine robotische Durchmusterung des Himmels, die nach Supernovae sucht. Seine Koma leuchtet grünlich, weil diatomische Kohlenstoffmoleküle im Sonnenlicht fluoreszieren. Der Komet ist mit Fernglas sichtbar. Er nähert sich dem sonnennächsten Punkt seiner Bahn. Im Bild war er nur etwa 7,2 Lichtminuten von der Erde entfernt.

Im selben Teleskopfeld liegt rechts oben der Komet C/2015 ER61 PanSTARRS. Er ist fast 14 Lichtminuten entfernt und wandert aus dem Sonnensystem hinaus. Hinten leuchten Sterne, manche davon Lichtjahre entfernt, und blasse, staubige Nebel in der Milchstraße. Der bekannte Sternhaufen der Plejaden liegt rechts außerhalb des Bildes.

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Komet Hale-Bopp über dem Valparolapass

Über dem Valparolapass in den italienischen Dolomiten leuchtet der Komet Hale-Bopp mit seinen markanten Schweifen über einer malerischen Bergkulisse.

Bildcredit und Bildrechte: A. Dimai, (Col Druscie Obs.), AAC

Komet Hale-Bopp war der große Komet des Jahres 1997. Er wurde viel heller als die Sterne in seiner Umgebung. Sogar über hellen Stadtlichtern war er zu sehen. Abseits der Stadtbeleuchtung bot er eine ziemlich spektakuläre Schau. Hier leuchtet Komet Hale-Bopp über dem Valparolapass in den Dolomiten in der Umgebung von Cortina d’Ampezzo in Italien.

Komet Hale-Bopps blauer Ionenschweif besteht aus Ionen aus dem Kometenkern. Er wird vom Sonnenwind getrieben. Der weiße Staubschweif zieht auf der Bahn hinter dem Kometen her. Er besteht aus größeren Staubteilchen aus dem Kern, die vom Sonnenlicht gestoßen werden.

Komet Hale-Bopp (C/1995 O1) war 18 Monate lang mit bloßem Auge sichtbar. Das war länger als jeder andere Komet seit Beginn der Geschichtsschreibung. Vor 20 Jahren reiste der Komet Hale-Bopp zuletzt ins innere Sonnensystem. Voraussichtlich um das Jahr 4385 kehrt der große Komet zurück.

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Fast drei Schweife für Komet Encke

Mitten im Bild leuchtet die grüne Koma des Kometen 2P/Encke zwischen den Sternen. Nach rechts unten verläuft ein Schweif, nach links oben sogar zwei.

Bildcredit und Bildrechte: Fritz Helmut Hemmerich

Wie kann ein Komet drei Schweife haben? Für gewöhnlich hat ein Komet zwei Schweife: einen Ionenschweif und einen Staubschweif. Der Ionenschweif besteht aus geladenen Teilchen des Kometen, die vom Sonnenwind fortgetrieben werden. Der Staubschweif besteht aus kleinen Teilchen, die hinter dem Kometen auf seiner Bahn herziehen. Er wird bis zu einem gewissen Grad ebenfalls vom Sonnenwind hinausgetrieben.

Oft besitzt ein Komet scheinbar nur einen Schweif, weil man den anderen von der Erde aus nicht gut sieht. Doch dieses ungewöhnliche Bild zeigt den Kometen 2P/Encke scheinbar mit drei Schweifen, weil sich der Ionenschweif geteilt hat. Der komplexe Sonnenwind ist manchmal turbulent. Dann erzeugt er im Ionenschweif ungewöhnliche Strukturen. Sehr selten wurde sogar eine Trennung des Ionenschweifs beobachtet.

Dieses Bild des Kometen Encke wurde zwei Tage später fotografiert. Hier ist die Perspektive etwas weniger verwirrend.

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Komet PanSTARRS im Südlichen Fisch

Siehe Erklärung. Ein Klick auf das Bild lädt die höchstaufgelöste verfügbare Version.

Bildcredit und Bildrechte: José J. Chambó

Der Komet PanSTARRS (C/2013 X1) kommt unserem Planeten bis zur Nacht von 21. auf 22. Juni immer näher. Er ist dann ungefähr 5,3 Lichtminuten entfernt. Sein Auftritt auf der Nordhalbkugel tief am Morgenhimmel (im Süden steht er hoch) wird jedoch vom Licht des fast vollen Mondes getrübt.

Dieses Porträt entstand mit Teleskop. Die hübsche grüne Koma des Kometen hat etwa die scheinbare Größe des Vollmondes. Es wurde am 12. Juni am Siding Spring Observatory auf der Südhalbkugel fotografiert. Das detailreiche Bild zeigt auch einen breiten, weißlichen Staubschweif. Er zeigt im Bild nach links oben. Der Schweif ist von der Sonne weggerichtet und zieht dem Kometen auf seiner Bahn hinterher. Ein blasserer schmaler Ionenschweif, der vom Sonnenwind getrieben wird, zeigt waagrecht nach rechts.

Der helle Stern links ist der bläuliche Iota Piscis Austrini. Dieser Stern leuchtet mit etwa vierter Größenklasse. Man sieht ihn mit bloßem Auge im Sternbild Südlicher Fisch.

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