LDN 988: Dunkler Nebel im Schwan

Durch das dicht mit Sternen gefüllte Feld verläuft eine dunkle Ranke. Es ist der Nebel LDN 988. Der Bildeinschub rechts unten zeigt den Stern V1331 Cygni.

Bildcredit und Bildrechte: Bob Franke

Der dunkle Nebel LDN 988 bedeckt dichte Sternenfelder im nördlichen Sternbild Schwan. Er liegt mitten in dieser kosmischen Himmelslandschaft. Die Szenerie entstand mit Teleskop und Kamera. Sie ist etwa 2 Grad breit. Das entspricht in der geschätzten Entfernung von LDN 988 von zirka 2000 Lichtjahren ungefähr 70 Lichtjahren.

In LDN 988 entstehen Sterne. Der Nebel ist Teil eines größeren Komplexes aus staubhaltigen Molekülwolken in der Ebene unserer Milchstraße. Manche nennen ihn Nördlicher Kohlensack.

In dieser Region treten Nebel häufig zusammen mit jungen Sternen auf. Einer davon ist der veränderliche Stern V1331 Cygni im Einschub. V1331 Cygni liegt an der Spitze einer langen, staubhaltigen Faser. Er ist teilweise von einem gekrümmten Reflexionsnebel umgeben. Vermutlich ist er ein T-Tauri-Stern. Das sind sonnenähnliche Sterne in einem frühen Stadium ihrer Entstehung.

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Der Tulpennebel

Das Bild ist von einem teils ockerbraun leuchtenden Nebel und kleinen Sternen gefüllt, dazwischen ranken sich auch dunkle Staubwolken. In der Bildmitte leuchtet der blaue Tulpennebel.

Bildcredit und Bildrechte: J-P Metsävainio (Astro Anarchy)

Diese Teleskopansicht blickt die Ebene unserer Milchstraße entlang zum nebelreichen Sternbild Schwan. Nebel umrahmen eine helle Emissionsregion. Die leuchtende Wolke aus interstellarem Staub und Gas heißt landläufig Tulpennebel. Sie ist auch im Katalog des Astronomen Stewart Sharpless aus dem Jahre 1959 als Sh2-101 gelistet.

Der schöne Nebel ist etwa 8000 Lichtjahre entfernt. Er ist zirka 70 Lichtjahre groß und blüht mitten im Kompositbild. Rote, grüne und blaue Farbtöne kartieren die Emissionen ionisierter Schwefel-, Wasserstoff- und Sauerstoffatome. Von den jungen, energiereichen Sternen am Rand der Cygnus-OB3-Assoziation stammt viel Ultraviolettlicht. Es ionisiert die Atome im Tulpennebel und bringt sie zum Leuchten.

Eine der Energiequellen ist der O-Stern HDE 227018. Er ist der helle Stern neben dem blauen Bogen mitten in der kosmischen Tulpe. Der Mikroquasar Cygnus X-1 leuchtet im ganzen elektromagnetischen Spektrum. Rechts oben befindet sich die gekrümmte Stoßfront, die seine mächtige Strahlung erzeugte.

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Geist im östlichen Schleier

Vor einem Hintergrund aus kleinen, dicht verteilten Sternen leuchtet ein verworrener Nebel aus roten und blauen Fasern. Es ist ein Teil des Schleiernebels im Sternbild Schwan.

Bildcredit und Bildrechte: Ken Crawford (Rancho Del Sol Observatory)

Am Abend vor Allerheiligen sieht man furchterregende Formen und unheimliche Mienen. Sie spuken auch auf dieser kosmischen Nahaufnahme, die den östlichen Schleiernebel zeigt. Er ist ein großer Supernovaüberrest. Das ist die sich ausdehnende Trümmerwolke der finalen Explosion eines massereichen Sterns. Der ganze Schleier ist fast rund. Er bedeckt am Himmel ungefähr 3 Grad im Sternbild Schwan.

Der hier gezeigte Teil im östlichen Schleier ist nur ½ Grad groß. Das ist etwa die scheinbare Größe des Mondes. Der Schleiernebel ist beruhigende 1400 Lichtjahre von der Erde entfernt. Dort entspricht diese Winkelbreite 12 Lichtjahren. Das Komposit entstand aus Bilddaten, die mit Breit- und Schmalbandfiltern aufgenommen wurden. Emissionen von Wasserstoffatomen im Überrest sind rot dargestellt. Dazu kommt starkes Licht von Sauerstoffatomen in blau-grünen Farbtönen.

Im östlichen Schleier liegt eine weitere saisonale Erscheinung: der Hexenbesen.

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Totale Mondfinsternis über Tadschikistan

Videocredit und -rechte: Jean-Luc Dauvergne (Ciel et Espace); Musik: Valère Leroy und Sophie Huet (Space-Music)

Was sieht man, wenn der Vollmond plötzlich verblasst? Bei der totalen Mondfinsternis im Juni 2011 findet ihr die Antwort für Tadschikistan auf diesem dramatischen Zeitraffervideo. Bei einer totalen Mondfinsternis wandert die Erde zwischen Mond und Sonne. Dadurch verblasst der Mond dramatisch.

Doch der Mond wird niemals ganz dunkel, weil die Erdatmosphäre etwas Licht streut. Zu Beginn des Videos wirkt die Szenerie fast wie tagsüber vom Sonnenlicht beleuchtet. Es ist aber eine Nachtaufnahme im Schimmer des Vollmondes. Als der Mond dunkler wurde und verblasste, ließ der Wind nach. Sterne im Hintergrund spiegelten sich vorne in einem See. Der Himmel um den verdunkelten Mond war plötzlich voller Sterne. Er war von der dicht gedrängten Ebene unserer Milchstraße hinterlegt.

Der Ablauf wird als Nahaufnahme wiederholt. Das letzte Bild zeigt den verfinsterten Mond bei Adler, Schwan, Trifid- und Lagunennebel. Fast zwei Stunden nach Beginn der Finsternis verließ der Mond den Erdschatten. Sein heller, voller Glanz überstrahlte wieder den Himmel. Diesen Mittwoch findet die nächste totale Mondfinsternis statt.

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Der Kokonnebel in einem Weitwinkelfeld

Links unten schimmert ein roter runder Nebel in einer dunklen Himmelsszene, die dicht mit bunten Sternen gesprenkelt ist. Diagonal im Bild verlaufen einige dunkle Staubranken.

Bildcredit und Bildrechte: Federico Pelliccia

Das dicht gedrängte Sternfeld ist mehr als 2 Grad breit. Es liegt im hoch fliegenden Sternbild Schwan. Der Blick wandert zum Kokonnebel. Er ist eine kompakte Sternbildungsregion am Ende eines langen Pfades aus undurchsichtigen interstellaren Staubwolken.

Der Nebel ist als IC 5146 katalogisiert und fast 15 Lichtjahre groß. Er ist etwa 4000 Lichtjahre entfernt. Viele Sternbildungsregionen leuchten rot. Sie bestehen aus leuchtendem Wasserstoff, der von jungen, heißen Sternen angeregt wird. Am Rand der sonst unsichtbaren Molekülwolke leuchtet blaues Sternenlicht, das von Staub reflektiert wird.

Der helle Stern mitten im Nebel ist wahrscheinlich nur ein paar Hunderttausend Jahre alt. Er bringt das Gas im Nebel zum Leuchten und höhlt den Staub, in dem Sterne entstehen, von innen her aus.

Das Bild wurde in sichtbarem Licht aufgenommen. Die langen, staubigen Fasern wirken dunkel. Auch sie enthalten Sterne, die eben erst entstehen. In Infrarotwellenlängen sind sie sichtbar.

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An der Cygnus-Wand

In der Mitte leuchtet ein blauer flächiger Nebel, der links unten von dunklen Wolken verdeckt wird. Rechts und oben ist eine orange-braun-farbene Wolke mit einem klar abgegrenzten Wall am Rand.

Bildcredit und Bildrechte: Martin Pugh

Ein markanter Emissionsgrat liegt rechts in der Himmelslandschaft. Er ist als Cygnus-Wand bekannt. Der Grat gehört zu einem größeren Emissionsnebel mit einer charakteristischen Form. Er heißt landläufig Nordamerikanebel. Die etwa 10 Lichtjahre lange Außenlinie des Nebels erinnert an die Westküste von Mexiko.

Die kosmische Nahaufnahme entstand aus Schmalband-Bilddaten. Sie kartiert die Emissionen von Schwefel-, Wasserstoff- und Sauerstoffatomen in roten, grünen und blauen Farben. Das Ergebnis betont die helle Ionisierungsfront. Unten zeichnen sich feine, dunkle, staubige Formen als Silhouetten ab.

Die dunklen Gestalten wurden von der energiereichen Strahlung der jungen, heißen, massereichen Sterne in der Region geformt. Diese Sterne sind im Bild verteilt. Die dunklen Wolken bestehen aus kühlem Gas und Staub. In ihrem Inneren entstehen wahrscheinlich Sterne.

Der Nordamerikanebel ist als NGC 7000 katalogisiert. Seine Entfernung beträgt etwa 1500 Lichtjahre. Man findet ihn nordöstlich vom hellen Stern Deneb im hoch fliegenden Sternbild Schwan.

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Wolken und Kreuze über Haleakala

Am hawaiianischen Himmel wölbt sich die Milchstraße. Links ist das Kreuz des Nordens - der Schwan, rechts das Kreuz des Südens, und oben leuchten der Rote Planet und der rote Riese Antares.

Bildcredit und Bildrechte: Wally Pacholka (TWAN)

Aloha und Willkommen unter einer atemberaubenden Himmelslandschaft. Das traumhafte Panoramabild vom 27. März zeigt die Aussicht vom 3055 Meter hohen Gipfel des Haleakala auf Maui (Hawaii). Eine Wolkenschicht zieht über den Rand des Vulkankraters. Oben wölbt sich die Milchstraße in der sternklaren Nacht.

Der Kopf der Sterngruppe Kreuz des Nordens ist der Superriesenstern Deneb. Er ist links und näher bei uns als die Staubbahnen und Nebel der Milchstraße. Von dort aus folgt dem Bogen der Milchstraße bis zu den Sternen des kompakteren Kreuz des Südens. Es ist rechts am Horizont. Der gelbliche Mars steht rechts oben. Er konkurriert mit dem Roten Riesen Antares, der unterhalb näher an der Zentralwölbung der Milchstraße strahlt.

Braucht ihr Hilfe, um die Objekte zu erkennen? Schiebt einfach den Mauspfeil über das Bild, oder ladet dieses beschriftete Panorama.

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Am westlichen Schleier

Im querformatigen Bild sind wild strukturierte Nebelfetzen verteilt. Sie leuchten blau und rot, was ihrer Zusammensetzung entspricht (Wasserstoff und Sauerstoff). Im Bild sind der Hexenbesen und Pickerings Dreieck zu sehen.

Bildbearbeitung: Oliver CzernetzDaten: Digitized Sky Survey (POSS-II)

Diese zarten Fasern aus komprimiertem leuchtendem Gas sind im Sternbild Schwan (Cygnus) drapiert. Sie bilden den westlichen Teil des Schleiernebels. Der Schleiernebel ist ein großer Supernovaüberrest. Das ist eine sich ausdehnende Wolke, die bei der finalen Explosion eines massereichen Sterns entstand.

Das Licht der ursprünglichen Supernovaexplosion erreichte die Erde wahrscheinlich vor mehr als 5000 Jahren. Bei dem heftigen Ereignis entstand eine interstellare Stoßwelle. Sie pflügt durch den Weltraum. Dabei fegt die Stoßwelle interstellare Materie auf und bringt sie zum Leuchten. Die glimmenden Fasern sind eigentlich lange Wellen in einer Hülle, die wir von der Seite sehen. Die Hüllen sind in atomaren Wasserstoff (rot) und Sauerstoff (blaugrün) getrennt.

Der Schleiernebel ist auch als Cygnus-Schleife bekannt. Er ist fast 3 Grad oder 6 Vollmonddurchmesser breit. Das entspricht in der geschätzten Entfernung von 1500 Lichtjahren mehr als 70 Lichtjahren. Das breite Bild zeigt die westliche Hälfte des Schleiernebels. Hellere Teile im Schleier gelten als eigene Nebel. Dazu gehören der Hexenbesen (NGC 6960) oben und Pickerings Dreieck (NGC 6979) rechts unten. Anm.: Es ist auch als Williamina Flemings dreieckiges Büschel bekannt.

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