Himmelsbaum im Süden

Hinter der Astgabel eines dürren Baumes liegt der Südpol des Sternenhimmels. Auf der lang belichteten Aufnahme ziehen die Sterne Kreise um diesen Punkt. Der Horizont ist gelb beleuchtet.
Bildcredit und Bildrechte: Kiko Fairbairn; Text: Cecilia Chirenti (NASA GSFC, UMCP, CRESST II)

Leute auf der Nordhalbkugel kennen wahrscheinlich schon den ein oder anderen Trick, um den Nordstern Polaris zu finden. Der Stern hilft, die Richtung nach Norden zu erkennen und markiert recht genau den Himmelsnordpol. Am Himmel der Südhalbkugel gibt es keinen hellen Stern, der den Pol markiert. Doch das Kreuz des Südens hilft, die Südrichtung zu finden.

Dieses Bild wurde am 20. August 2018 in Padre Bernardo (Goiás, Brasilien) aufgenommen. Es zeigt die scheinbare Bewegung der Sterne um den leeren Himmelssüdpol in einem Zeitraum von zwei Stunden. Jeder Stern braucht 24 Stunden 1, um den Pol einmal komplett zu umrunden.

Padre Bernardo liegt in der Region Cerrado, einer tropischen Savanne. Sie hat eine hohe Biodiversität und bedeckt einen großen Teil von Zentralbrasilien. Der trockene Ast des Baumes trägt scheinbar das Sternrad. In der Trockenzeit im südlichen Winter ist so ein Ast ein alltäglicher Anblick.

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  1. Genau genommen 23h 56min 4,09sec ↩︎

Die ISS gleitet über den Mond

Über dem zu drei Vierteln beleuchteten Mond schwebt die Internationale Raumstation ISS. Auf dem Mond treten Krater und dunkle Lavabecken sehr markant hervor. Rechts sind sie von langen hellen Strahlen überzogen.
Bildcredit und Bildrechte: Sébastien Borie; Text: Keighley Rockcliffe (NASA GSFC, UMBC CSST, CRESST II)

Nein, hier landet kein UFO auf dem Mond! Das Foto zeigt die Internationale Raumstation (ISS), kurz bevor sie vor dem Mond vorüberzieht. Die ISS umrundet die Erde in einem niedrigen Orbit 1 und saust alle 90 Minuten einmal um die ganze Welt. Seit 25 Jahren umrundet sie 16 Mal am Tag unsere Heimat. In dieser Zeit hat sie schon viele Fotos mit bekannten Himmelsobjekten verschönert, z. B. von Venus, Mars, Saturn und der Sonne.

Forschende aus 100 Nationen führten schon über 1000 Experimente auf der ISS durch. Eines der ersten Experimente untersuchte das Wachstum von Eiweißkristallen. Das brachte Fortschritte in der medizinischen Forschung mit sich. Die Leute auf der ISS untersuchen das Wachstum von Pflanzen, die Aufbereitung von Wasser, Gesundheit und vieles mehr. Das unterstützt auch die Missionen Artemis. Dank all dieser Forschung reisen Menschen nun weiter als je zuvor ins All!

Findet ihr das außerirdische Labor der NASA am Himmel?

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  1. Low Earth Orbit, LEO ↩︎

Der lange, zarte Schweif des Kometen R3 (PanSTARRS)

Der Komet R3 (PanSTARRS) hat einen langen, zarten Ionenschweif, der von der Sonne wegzeigt. Er zieht diagonal durch das ganze Bild.
Bildcredit und Bildrechte: Haythem Hamdi

Warum hat der Komet R3 (PanSTARRS) so einen zarten Schweif? Der neueste Besucher im inneren Sonnensystem ist der Komet C/2025 R3 (PanSTARRS). Er stößt bereits eine eindrucksvolle Menge an leuchtendem Gas aus. Sein Schweif beginnt beim Zentralkern, der aus schmutzigem Eis besteht und nicht sichtbar ist. Wahrscheinlich ist er nur ein paar Kilometer groß.

Die Sonne erwärmt den Kern. Daraufhin stößt er eine Wolke aus neutralem Gas aus, das die sogenannte Koma um den Kern bildet. Sie leuchtet hellgrün. Sehr energiereiches Sonnenlicht ionisiert das Gas, und der Sonnenwind drückt es in einen Schweif, der von der Sonne wegzeigt. Er leuchtet hellblau. Der Sonnenwind, der sich ständig ändert, verursacht auch die zarte Struktur im Ionenschweif.

Das Bild wurde vor zwei Tagen auf Rhode Island in den USA aufgenommen. Es zeigt den Ionenschweif des Kometen. Am besten sehen wir den Kometen R3 (PanSTARRS) auf der Nordhalbkugel in den nächsten 10 Tagen, und zwar früh am Morgen. Dann wird er zu einem Objekt für den Südhimmel.

Galerie: Komet R3 im Jahr 2026

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Die Kaulquappen in IC 410

Zwei Wolken mit der Form von Kaulquappen schlängeln sich rechts unten in einem Tümpel aus taubenblau schimmerndem Gas.
Bildcredit und Bildrechte: Nico Carver

Diese Nahaufnahme zeigt die zentrale Region im blassen Emissionsnebel IC 410. Sie entstand mit einem Teleskop in einem Hinterhof und wurde mit der Hubble-Palette gefärbt. Bilder in sichtbarem Licht werden von einer Schmalband-Aufnahme aus dem infraroten Bereich ergänzt.

Rechts unter der Mitte schlängeln sich zwei Wesen in dem interstellaren Tümpel aus Staub und Gas: die Kaulquappen von IC 410. Staub im Vordergrund verdunkelt den Nebel ein bisschen. Er umgibt NGC 1893, das ist ein junger Sternhaufen in unserer Galaxis. Vor nur 4 Millionen Jahren sind in dieser Wolke Sterne entstanden. Sie sind unglaublich heiß und hell und bringen das leuchtende Gas, das sie umgibt, mit ihrer Energie zum Leuchten.

Doch die kosmischen Kaulquappen bestehen aus kühlerem Staub und Gas. Sie sind etwa 10 Lichtjahre lang und ein Ort, an dem Sterne entstehen! Sternwinde und Strahlung formen die Kaulquappen. Helle Kanten aus ionisiertem Gas umrahmen ihre Köpfe. Die Schweife hingegen zeigen von den jungen Sternen im zentralen Haufen fort. IC 410 ist etwa 10.000 Lichtjahre von uns entfernt und liegt im Sternbild Fuhrmann (Auriga).

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Lichter am Himmel über dem Paranal-Observatorium

Über ein paar große Teleskope leuchtet ein bunter Himmel. Besonders auffällig ist das Band der Milchstraße. Es wölbt sich über das ganze Bild. Orangefarbene Laserstrahlen verbinden rechts eins der Teleskope mit dem Himmel.

Bildcredit und Bildrechte: Julien Looten

Wird hier etwa die Erde mit Laserstrahlen verteidigt? Nein. Diese Laser gehen von Teleskopen aus. Mit diesen verbessert man die Genauigkeit der Beobachtung. Indem man das Flackern von Sternenlicht beobachtet, kann man herausfinden, wie sich die Luft über einem Teleskop bewegt.

Doch nicht überall gibt es einen passenden hellen Stern. Dann erzeugt man mit einem hellen Laserkünstliche Sterne„. Wenn man so einen künstlichen Laser-Stern beobachtet, findet man heraus, wie die Atmosphäre der Erde die Beobachtung verändert. Moderne Teleskopspiegel können sich anpassen und Störungen weitgehend ausgleichen. Das wird als adaptive Optik bezeichnet. Damit gelingen auch mit Teleskopen auf der Erde genaue Aufnahmen von Sternen, Planeten und Nebeln.

In der Mitte stehen die Teleskope am ParanalObservatorium in Chile. Links schimmern ein grünes Nachthimmellicht und die beiden Magellanschen Wolken. Rechts leuchtet der Himmel rötlich. In der Mitte wölbt sich das majestätische Band der Milchstraße in einem Bogen.

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Das Hubble-Teleskop zeigt den Eiernebel

Ein Stern ist von dichtem Staub umhüllt. An seinen Polen strömen helle Materiestrahlen aus. Der Kern ist von zarten konzentrischen Hüllen umgeben.

Bildcredit und Bildrechte: ESA/Hubble und NASA, B. Balick (U. Washington)

Habt ihr euch schon einmal gefragt, wie es aussieht, wenn man die Sonne knackt? Der „Eiernebel„, ein sonnenähnlicher Stern am Ende seiner stabilen Phase, kann diese Frage beantworten. Der Nebel ist auch als RAFGL 2688 oder CRL 2688 bekannt. Das Bild zeigt eine Kombination von Aufnahmen des Nebels in sichtbaren und infraroten Wellenlängen. Sie stammen vom Weltraumteleskop Hubble.

Der Stern hat seine äußersten Hüllen bereits abgestoßen. Ein heller, heißer Kern (das „Eigelb“) beleuchtet nun die milchigen, „Eiweiß-ähnlichen“ äußeren Schichten aus Gas und Staub. Die zentralen Blasen und umgebenden Ringe bestehen aus Staub und Gas, die erst kürzlich ins All geschleudert wurden. Der Staub ist so dicht, dass er den Blick auf den Stern im Zentrum verdeckt. Lichtstrahlen aus dem Kern strömen durch Löcher in dieser Schicht. Diese werden von schnellen Materialströme, die kürzlich an den Polen ausgestoßen wurden, in die Staubhülle gerissen.

Astronom*innen untersuchen noch, welche Prozesse dafür verantwortlich sind, dass all die Scheiben, Blasen und Strahlstrukturen in dieser sehr kurzen (nur wenige tausend Jahre!) Phase der Sternentwicklung entstanden sind. Der Eiernebel ist so gesehen tatsächlich das Gelbe vom Ei, ein ei-nzigartiges Studienobjekt!

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Plejaden: Der Sternhaufen der Sieben Schwestern

Der Sternhaufen der Plejaden ist von einer Staubwolke umgeben. Um die Sterne leuchten die Nebel blau. Die weiter entfernten Nebelwolken sind dunkel und braun. Sie füllen das ganze Bild.

Bildcredit und Bildrechte: Kamil Fiedosiuk

Habt ihr den Sternenhaufen der Plejaden schon mit eigenen Augen gesehen? Vielleicht – aber sicherlich nicht so groß und detailliert wie auf diesem Foto! Die Plejaden sind der wahrscheinlich berühmteste Sternhaufen am Nordhimmel. Die hellsten Sterne lassen sich schon mit freiem Auge leicht entdecken – selbst in einer lichtverschmutzten Stadt.

Wenn man an einem dunklen Ort eine Aufnahme lang belichtet, werden auch die Staubwolken deutlich sichtbar, welche die Sterne der Plejaden umgeben. Dieses Foto wurde 18 Stunden belichtet. Der Ort der Aufnahme war die Tucheler Heide in Polen. Das Bild zeigt eine Himmelsgegend, die etliche Male so breit ist wie der Vollmond.

Die Plejaden sind auch als die Sieben Schwestern oder M45 bekannt. Sie sind etwa 400 Lichtjahre von uns entfernt und liegen im Sternbild Stier (Taurus). Eine Legende – mit einer modernen Wendung – besagt, dass von den ursprünglich sieben hellen Sternen einer verblasste. Daher sind heute nur noch sechs zu sehen. Die tatsächliche Zahl der Sterne, die man mit freiem Auge in den Plejaden sieht, hängt jedoch davon ab, wie dunkel der umgebende Himmel und wie gut die Augen des Beobachters sind!

Himmlische Überraschung: Welches Bild zeigte APOD zum Geburtstag? (ab 1995, deutsch ab 2007)

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Orions Schätze über verschneiten Bergen

Unten steht eine Person in einer verschneiten Landschaft und leuchtet mit einer Taschenlampe auf den Boden. Am Horizont dahinter stehen Bäume und schneebedeckte Berge. Am Sternenhimmel oben schimmern mehrere bekannte rote Nebel.

Bildcredit und Bildrechte: Włodzimierz Bubak; Text: Ogetay Kayali (MTU)

Über einem vereisten Tal in der Tatra steht das bekannte Sternbild Orion mit seinen hellen Sternen und berühmten Nebeln. Das Foto entstand in Polens höchstem Gebirge, das im Süden steht. Der dunkle Nachthimmel passt gut zu der gebirgigen Umgebung und zeigt die Schönheit der Erde und unserer Galaxis.

Die Berge sind von Schnee bedeckt. Darüber strahlen die hellen Sterne in Orions Gürtel über einem Himmelsgebiet, das berühmt ist für seine hell leuchtenden interstellaren Gaswolken. Der große Orionnebel ist ein gewaltiges Gebiet, in dem Sterne entstehen. Es ist sogar mit freiem Auge sichtbar und leuchtet mitten im Bild. Die riesige Barnard-Schleife (Barnards‘ Loop), eine Wolke aus ionisiertem Wasserstoff, windet sich außen herum. Sie reicht fast um das ganze Sternbild.

Links schimmert das sanfte Leuchten des Rosettennebels. Der gräuliche Hexenkopfnebel steht rechts neben der Bildmitte. Er wird vom Licht naher Sterne erleuchtet. Der orange Riesenstern Beteigeuze am oberen Bildrand bildet die Schulter des Jägers Orion.

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