Die bipolaren Strahlströme von KX Andromedae

Aus dem Doppelstern KX Andromedae mitten im Bild schießen Strahlströme, die erst kürzlich entdeckt wurden. Sie sind leuchtend rot abgebildet. Das Bild ist von zarten diffusen Nebeln und dicht verteilten Sternen gefüllt.

Bildcredit und Bildrechte: Tim Schaeffer und das Deep-Sky-Kollectiv

KX Andromedae ist ein veränderlicher Stern. Atemberaubende bipolare Jets schießen aus diesem Stern ins All. Sie sind 19 Lichtjahre lang und wurden erst kürzlich entdeckt. Dieses Teleskopbild zeigt die Ströme beispiellos detailreich. Das Bild ist auf KX Andromedae zentriert. Es besteht aus über 692 Stunden kombinierter Bilddaten.

KX Andromedae wurde spektroskopisch als wechselwirkender Doppelstern erkannt. Es besteht aus einem hellen, heißen Stern vom Typ B und einem aufgeblähten, kühlen Riesenstern als engem Begleiter. Wahrscheinlich strömt Materie des kühlen Riesensterns über eine Akkretionsscheibe auf den heißen B-Stern. Spektakuläre, symmetrische Jets schießen senkrecht aus der Scheibe.

Die bekannte Entfernung zu KX Andromedae beträgt 2500 Lichtjahre. Wenn man die scheinbare Größe der Jets und die geschätzte Neigung der Akkretionsscheibe berücksichtigt, ergibt das eine Länge von erstaunlichen 19 Lichtjahren für jeden Jet.

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M77: Spiralgalaxie mit aktivem Zentrum

Die aktive Galaxie M77 im Sternbild Walfisch füllt dieses Bild. Markante Staubspuren in den Spiralarmen sind von rötlichen Sternbildungsregionen und blauen Sternhaufen gesäumt. Das Zentrum leuchtet gelblich. Die Erscheinung der Galaxie ist sehr dicht.

Bildcredit: Hubble, NASA, ESA, L. C. Ho, D. Thilker

Was passiert im Zentrum der nahen Spiralgalaxie M77? Wir sehen die Galaxie ist von oben. Sie ist nur 47 Millionen Lichtjahre entfernt und liegt im Sternbild Walfisch (Cetus). Bei dieser Entfernung hat die schöne Inselwelt einen Durchmesser von etwa 100.000 Lichtjahren.

M77 ist auch als NGC 1068 bekannt. Sie hat einen kompakten und sehr hellen Kern. Astronom*innen erforschen dort die Geheimnisse massereicher Schwarzer Löcher in aktiven Seyfert-Galaxien. M77 und ihr aktiver Kern strahlen hell in einem breiten Spektrum. Es reicht von Röntgen– und Ultraviolettstrahlung bis hin zu sichtbarem Licht, Infrarot und Radiowellen.

Dieses scharfe Bild von M77 stammt vom Hubble-Weltraumteleskop von NASA und ESA. Es zeigt Details der gewundenen Spiralarme, die von roten Staubwolken und blauen Sternhaufen gesäumt werden. Alles umkreist das helle, weiße, leuchtende Zentrum der Galaxie.

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Komet Lemmons wandernder Schweif

Über Alfacar ragen zerklüftete Berge auf, darüber breitet sich der stark strukturierte Schweif des Kometen Lemmon aus. Am Himmel funkeln helle Sterne, über dem Gebirge schimmert der Himmel grünlich.

Bildcredit und Bildrechte: Ignacio Fernández

Was passiert mit dem Schweif des Kometen Lemmon? Die Antwort weiß ganz allein der Wind – in diesem Fall dem Sonnenwind. Er ist ein kontinuierlicher Strom geladener Teilchen von der Sonne und war in letzter Zeit sehr wechselhaft. Die Sonne stößt Energieausbrüche aus, sogenannte koronale Massenauswürfe. Sie lenken die geladenen Teilchen des Kometen ab.

Das führt dazu, dass der blau gefärbte Ionenschweif des Kometen C/2025 A6 (Lemmon) nicht nur beeindruckend komplex ist, sondern auch einige ungewöhnliche Wendungen nimmt.

Das Bild ist ein Komposit aus Langzeitbelichtungen aus Alfacar in Spanien vom letzten Monat. Es zeigt den ikonischen Tumult im inneren Sonnensystem. Der Komet Lemmon verblasst nun, während er sich von der Erde und der Sonne entfernt und zurück in das äußere Sonnensystem fliegt.

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Hubble zeigt Jupiter in Ultraviolett

Jupiter, der fast das Bild füllt, wirkt hier seltsam. Er wurde hier in UV-Licht abgebildet, die Aufnahme wurde mit Falschfarben gefärbt. Daher ist der Rote Fleck dunkelblau. Links oben ist Jupiters großer Mond Ganymed.

Bildcredit: NASA, ESA, Hubble; Bearbeitung und Lizenz: Judy Schmidt

Jupiter sieht im ultravioletten Licht etwas anders aus. Um die Bewegung der Wolken auf Jupiter besser zu verstehen, setzte man das Weltraumteleskop Hubble ein. Es macht regelmäßig Bilder vom ganzen Planeten. So kann auch die NASA-Sonde Juno ihre kleinen Beobachtungsfelder besser einordnen.

Die Farben, die an Jupiter beobachtet werden, gehen über das sichtbare Licht hinaus. Man nützt auch Ultraviolett– und Infrarotlicht (hier nicht dargestellt).

Dieses Bild entstand im Jahr 2017. Im nahen UV-Licht sieht Jupiter anders aus, weil das reflektierte Sonnenlicht variiert. Dadurch erscheinen die Höhen und Breiten der Wolken unterschiedlich hell. Die Pole wirken im nahen UV-Licht dunkel, ebenso der große Rote Fleck und das kleine weiße Oval rechts daneben. Die Stürme weiter rechts erinnern an Perlenketten. Sie leuchten im nahen UV besonders hell und wurden in rosa Falschfarben dargestellt. Links oben steht Jupiters größter Mond Ganymed.

Juno fliegt weiterhin um Jupiter. Ein Umlauf dauert 33 Tage. Das Hubble-Teleskop kreist immer noch um die Erde. Inzwischen funktioniert nur noch ein einziges Gyroskop, das die Lage stabilisiert.

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Komet Lemmon finden

Über einem ruhigen See schimmert der Komet Lemmon. Rechts daneben ist der Große Wagen, der sich im Wasser spiegelt. Links biegt sich das Ufer mit Geröll und einem Wald. Das Bild entstand in der violett leuchtenden Dämmerung.

Bildcredit und Bildrechte: Petr Horalek / Institut für Physik Opava

Wenn ihr heute Abend den Großen Wagen am Himmel entdeckt, habt ihr gute Chancen, auch den Kometen Lemmon zu erspähen. Nach Sonnenuntergang lohnt sich ein Blick nach Nordwesten. Dort, knapp unter der Deichsel des bekannten Sternbilds, zeigt sich der schwache, aber ausgedehnte Komet C/2025 A6 (Lemmon).

Mit bloßem Auge kann man den Besucher im inneren Sonnensystem nur schwer erkennen. Die Kamera kann hier hilfreich sein, denn sie kann lichtschwache Objekte oft besser sichtbar machen. Haltet Ausschau nach einem verschwommenen, grünlichen „Stern“ mit Schweif. Auch wenn dieser vermutlich nicht so lang erscheint wie hier, lohnt sich der Blick. Dieses beeindruckende Foto wurde vor zwei Nächten an der Talsperre Seč in Tschechien aufgenommen.

Aktuelle Aufnahmen des Kometen C/2025 A6 (Lemmon) zeigen einen dynamischen Ionenschweif. Er ist länger als der Teil, den das menschliche Auge erfassen kann. Der Komet hat derzeit fast seine größte Annäherung an die Erde erreicht. Anfang November erreicht er seinen sonnennächsten Punkt. Das ist ein idealer Zeitpunkt, um diesen Besucher aus dem inneren Sonnensystem zu beobachten.

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Saturn gegenüber der Sonne

Über den Kuppeln eines Zwillingsteleskops breitet sich ein dichter Teppich aus Sternen aus. Unten ist der Himmel hell und rosa bis grünlich gefärbt. Oben steht der Planet Saturn. Er ist vom Gegenschein umgeben.

Bildcredit und Bildrechte: Jin Wang

Am 21. September dieses Jahres stand der Planet Saturn in Opposition zur Sonne. Das bedeutet, er stand von der Erde aus gesehen genau gegenüber der Sonne. In dieser Position war Saturn besonders hell und gut sichtbar. Er ging auf, als die Sonne unterging, und leuchtete die ganze Nacht über am Himmel, eingebettet zwischen den schwächeren Sternen im Sternbild Fische.

Das eindrucksvolle Foto zeigt das Qinghai-Lenghu-Observatorium. Es steht auf dem tibetischen Plateau im Südwesten Chinas. Saturn ist von einem schwach leuchtenden, ovalen Lichtschein umgeben. Es ist der sogenannte Gegenschein. Dieser entsteht durch Sonnenlicht, das von interplanetarem Staub in der Ekliptik zurückgestreut wird. Die Ekliptik ist die Ebene, in der sich die Planeten unseres Sonnensystems bewegen. Der Gegenschein erscheint gegenüber der Sonne am Himmel. Man sieht ihn, wenn der Himmel besonders dunkel ist.

Im Bild erinnern Saturn und der Gegenschein an ein riesiges, kosmisches Auge, das in der Nacht auf die Teleskopkuppeln der Sternwarte herabblickt. Am Horizont ist ein farbenfrohes Leuchten. Es ist Nachthimmellicht, ein natürliches Lichtphänomen in der oberen Atmosphäre.

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NGC 4565: Rand einer Galaxie

Die Galaxie NGC 4565 liegt diagonal mitten im Bild, sie ist von Sternen und Galaxien umgeben. Wir sehen auf ihre Kante, die von einem Staubrand gesäumt ist.

Bildcredit und Bildrechte: José Rodrigues (IA, OFXB)

Die prächtige Spiralgalaxie NGC 4565 wird von der Erde aus genau von der Seite betrachtet. Wegen ihres schmalen Profils ist sie auch als Nadelgalaxie bekannt. Sie gilt als Highlight vieler Teleskop-Touren am nördlichen Sternhimmel im schwachen, aber eleganten Sternbild Haar der Berenike (Coma Berenices).

Dieses scharfe, farbenreiche Bild zeigt den kastenförmigen, gewölbten Kern der Galaxie. Sie ist von dunklen Staubbändern durchzogen, welche die dünne galaktische Ebene von NGC 4565 durchziehen.

NGC 4565 ist etwa 40 Millionen Lichtjahre entfernt. Sie hat einen Durchmesser von rund 100.000 Lichtjahren. Damit ist sie ähnlich groß wie unsere Milchstraße. NGC 4565 ist schon mit kleinen Teleskopen leicht sichtbar. Sie gilt unter Freunden nebeliger Objekte als ein herausragendes Himmelsobjekt – und als Meisterwerk, das Messier verpasst hat.

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Perseiden-Meteore von Durdle Door

Über der Durdle Door an der englischen Küste bei Dorset steigt die Milchstraße steil über dem Meer auf. Vom Himmel fallen Meteore der Perseïden vom Himmel.

Bildcredit und Bildrechte: Josh Dury

Was sind diese hellen Bögen am Himmel? Das sind Meteore. Genauer gesagt, es sind Sternschnuppen vom Perseïden-Meteorschauer in diesem Jahr. In den letzten Wochen wurden viele einzelne Fotos dieser Perseïden-Meteore nach Einbruch der Dunkelheit aufgenommen. Diese Bilder wurden später zu einem Gesamtbild kombiniert.

Obwohl sich die Meteore auf geraden Linien über den Himmel bewegen, wirken ihre Spuren auf dem Foto gebogen. Das liegt am Weitwinkelobjektiv der Kamera, das die Perspektive verzerrt. Alle Lichtspuren zeigen auf einen gemeinsamen Punkt am Himmel. Das ist der sogenannte Radiant. Er liegt im Sternbild Perseus und befindet sich über dem oberen Rand des Bildes.

Dieselbe Kamera machte außerdem ein lang belichtetes Foto des Nachthimmels. Darauf sieht man das helle Band der Milchstraße, das fast senkrecht durch die Bildmitte verläuft. Im Vordergrund steht der bekannte Kalksteinbogen „Durdle Door“ an der Küste von Dorset in England. Der Name stammt vermutlich aus einer Zeit vor über tausend Jahren.

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