NGC 55: Eine Galaxie voller Nebel

Die Galaxie NGC 55 im Bild wirkt flach. Sie schimmert wie ein Schatzkästchen voller Juwelen. Die leuchtenden Flecken sind Nebel aus Wasserstoff und Sauerstoff.

Bildcredit und Bildrechte: Wolfgang Promper; Text: Ogetay Kayali (MTU)

Kann man Nebel in anderen Galaxien sehen? Ja – manche Nebel leuchten hell genug, wenn man weiß, wie man sie findet. Wolken aus Wasserstoff und Sauerstoff geben Licht in ganz bestimmten Farben ab. Astronom*innen und Astrofotograf*innen können diese Farben mit Filtern isolieren. Dadurch heben sie Strukturen hervor, die sonst zu schwach leuchten, um sie zu bemerken.

Diese Aufnahme wurde 50 Stunden belichtet. Sie zeigt die Galaxie NGC 55, die wir fast von der Kante sehen. Leuchtender Wasserstoff (rot) und Sauerstoff (blau) sind hier besonders betont. Das Bild zeigt, dass die Galaxie von Emissionsnebeln übersät ist. Manche liegen in der Staubscheibe der Galaxie, manche darüber. So bietet sich ein detaillierter Blick auf ferne Sternbildungsgebiete.

NGC 55 wird auch die Perlenkettengalaxie genannt. Oft vergleicht man sie mit der Großen Magellanschen Wolke (GMW), einer Begleitgalaxie unserer Milchstraße. Allerdings ist NGC 55 mit einer Entfernung von 6,5 Millionen Lichtjahren viel weiter weg.

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CTB 1: Der Medulla-Nebel

Ein kompakter roter Nebel leuchtet mitten im Bild. Er ist von roten Nebelschwaden und einem zarten, fast transparenten blauen Schleier umgeben. Seine Form und Struktur erinnern an ein Gehirn.

Bildcredit: Pierre Konzelmann

Wie entsteht dieser ungewöhnliche Nebel? CTB 1 ist eine Gashülle, die sich ausdehnt. Vor etwa 10.000 Jahren explodierte ein Stern im Sternbild Kassiopeia und hinterließ diesen Nebel.

Nahe beim Kern des Sterns bauten Elemente durch Kernfusion einen stabilisierenden Druck auf. Als diese Elemente verbraucht waren, explodierte der Stern. Dabei entstand dieser Supernovaüberrest. Wegen seiner Ähnlichkeit mit der Form eines Gehirns trägt er den Spitznamen Medulla-Nebel. Er leuchtet immer noch im sichtbaren Licht, weil der Nebel mit dem interstellaren Gas kollidiert, das ihn umgibt. Dabei entsteht Hitze.

Der Nebel leuchtet auch im Röntgenlicht. Warum er das tut, wird noch erforscht. Eine Hypothese lautet, dass bei der Explosion ein energiereicher Pulsar entstand. Dieser versorgt wohl den Nebel mit Energie, indem er schnelle Winde ausstößt. Tatsächlich entdeckte man im Radiowellenbereich einen Pulsar, den die Explosion der Supernova mit mehr als 1000 Kilometern pro Sekunde fortgeschleudert hat.

Wenn man den Medulla-Nebel von der Erde aus sieht, ist er so groß wie der Vollmond, aber extrem blass. Daher brauchte man für dieses Bild 84 Stunden Belichtungszeit an einem kleinen Teleskop in Texas in den USA.

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HH-222: Der Wasserfall-Nebel

Die rote Gestalt, die scheinbar von oben nach unten fließt, erinnert an einen Wasserfall. Tatsächlich ist es eine Stoßwelle, die nach links oben geschoben wird.

Bildcredit und Bildrechte: Mike Selby

Der Wasserfall-Nebel wird offiziell als Herbig-Haro 222 bezeichnet. Er liegt im Gebiet von NGC 1999 im großen Orion-Molekülwolkenkomplex. Wie er entstanden ist, wird nach wie vor erforscht. Die längliche Gaswolke reicht über zehn Lichtjahre. Sie erinnert an einen hohen Wasserfall auf der Erde.

Neueste Beobachtungen zeigen, dass HH-222 wahrscheinlich eine gewaltige, gasförmige Bugwelle ist, ähnlich wie eine Wasserwelle vor dem Bug eines schnellen Schiffs. Der Ursprung dieser Stoßwelle ist vermutlich ein Strahl, der aus dem Mehrfach-Sternsystem V380 Orionis strömt. Das Sternsystem liegt links außerhalb des Bildes. Das Gas fließt also nicht den Wasserfall entlang. Stattdessen bewegt sich die ganze Struktur im Bild nach rechts oben.

Der Wasserfall-Nebel ist etwa 1500 Lichtjahre entfernt und liegt im Sternbild Orion. Diese Aufnahme entstand zu Beginn des Monats am El-Sauce-Observatorium in Chile.

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3I/ATLAS fliegt vorbei

Von vielen kleinen Sternen umgeben zieht der interstellare Komet 3I/ATLAS durchs Bild. In der Mitte ist seine grünliche Koma, nach links zeigt ein gelblicher Staubschweif, und der bläuliche Ionenschweif breitet sich nach links aus. Rechts oben ist ein heller blauer Stern.

Bildcredit und Bildrechte: Dan Bartlett

3I/ATLAS ist ein interstellarer Besucher, der Schlagzeilen macht. Am 19. Dezember flog er in relativ großer Distanz an unserem Planeten vorbei. Er war 1,8 Astronomische Einheiten entfernt, das entspricht etwa 900 Lichtsekunden.

Diese lang belichtete Aufnahme zeigt den Kometen aus einem anderen Sternsystem, als er am 15. Dezember nachts vor schwachen Sternen im Sternbild Löwe (Leo) vorbeizog. Die Farben im Bild wurden verstärkt. Daher erkennt man das schwache Gelb des Staubschweifs und den leicht bläulichen Ionenschweif gut. Die Koma des Kometen hat einen grünlichen Schimmer.

3I/Atlas verlässt uns nun wieder. Dabei folgen ihm zahlreiche Teleskope auf der Erde und im All. Der Komet bewegt sich auf einer hyperbolischen Bahn aus dem Sonnensystem hinaus. Seine Geschwindigkeit relativ zur Sonne beträgt etwa 64 Kilometer pro Sekunde. Das ist zu schnell, um sich von der Gravitation der Sonne einfangen zu lassen.

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Rote Kobolde und Elfen blitzen über Italien auf

Am Himmel zischen seltsame senkrechte rote Blitzbüschel, so genannte Rote Kobolde. Darüber breitet sich ein diffuser roter Ring aus, einer der seltenen Elfen.

Bildcredit und Bildrechte: Valter Binotto

Was passiert hier am Himmel? Blitze! Die häufigste Art sind Blitze aus grellem, weißem Licht zwischen Wolken. In den letzten 50 Jahren wurden jedoch noch weitere Arten von Blitzen in der oberen Atmosphäre bestätigt. Zwei davon sind die Tentakel der roten Kobolde und ringförmige Elfen. Beide dauern nur Bruchteile von Sekunden.

Kobolde sind heller und leichter zu fotografieren als die andere, häufigere Variante der elektrischen Entladung. Die sogenannten Elfen sind Ringe, die sich rasch ausdehnen. Vermutlich entstehen sie, wenn elektromagnetische Pulse von elektrisch geladenen Wolken nach oben schießen und Stickstoffmoleküle in der Ionosphäre zum Leuchten bringen.

Es braucht Geduld und Erfahrung, um eine dieser Blitzarten auf ein Bild zu bannen. Beide Formen in einem Bild zu erwischen gelingt selten, denn sie treten normalerweise nicht gemeinsam auf. Diese Aufnahme ist ein Einzelbild aus einem Video. Es wurde Ende des letzten Monats von Possagno in Italien aus aufgenommen. Unter den Kobolden und Elfen tobt ein fernes Gewitter über der Adria.

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Mikromond vs. Supermond

Das Bild zeigt zwei Vollmonde. Links ist ein Mikromond, er steht beim Apogäum der Mondbahn, rechts ist ein Supermond beim Perigäum. Er ist etwas größer als der Mikromond.

Bildcredit und Bildrechte: Şenol Şanlı

Was machte den Supermond am letzten Mittwoch so toll? Der Vollmond in der vergangenen Woche erschien etwas größer und heller als normal. Der Grund dafür ist, dass die voll beleuchtete Phase des Mondes zeitlich sehr nahe beim Perigäum stattfand. Im Perigäum erreicht der Mond auf seiner elliptischen Umlaufbahn den erdnächsten Punkt.

Auch wenn die genaue Definition für einen Supermond variiert, war der vom letzten Mittwoch der größte und hellste Vollmond des Jahres, mit der geringsten Entfernung zur Erde. Supermonde sind so beliebt, weil sie leicht zu sehen sind. Man muss nur bei Sonnenuntergang hinausgehen und den Aufgang eines beeindruckenden Vollmonds beobachten.

Dieses Bild vergleicht den Supermond vom letzten Mittwoch mit dem Mikromond vom April. Damals fand der Vollmond nahe der erdfernsten Stelle im Mondorbit statt. Daher erschien er etwas kleiner und weniger hell als normal. Wenn man die vielen Definitionen berücksichtigt, gibt es zumindest einen Supermond pro Jahr. Und ein weiterer ist bereits im nächsten Monat zu sehen.

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Vollmond im Perigäum

Der orange-gelbe Vollmond im Bild hat eine Kappe aus Wolken. Er geht über Kayseri in der Türkei auf.

Bildcredit und Bildrechte: Betul Turksoy

Was ist groß, hell und schön, kann eine Kappe aus Wolken tragen und befindet sich am erdnächsten Punkt seiner elliptischen Bahn? Ein Vollmond im Perigäum, natürlich! Er ist hier kurz vor dem Untergang in der Morgendämmerung des 5. November zu sehen. Die Aufnahme entstand in Kayseri in der Türkei.

Ein Vollmond, der im oder nahe beim Perigäum stattfindet, wird landläufig als Supermond bezeichnet. Er ist etwas größer und heller als ein durchschnittlicher Vollmond. Von den drei Supermonden im Jahr 2025 hat der hier abgebildete Vollmond im Perigäum die geringste Distanz zur Erde. Dieser Vollmond, der mit Sonnenuntergang aufgeht, wird auch Jägermond genannt. Er folgt dem sogenannten Erntevollmond vom Oktober.

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Ein dunkles Seepferdchen in Kepheus

Das Bild ist von zarten Sternen und Staubwolken bedeckt. Die meisten Wolken sind braun. Rechts ist ein leuchtend roter Nebelfetzen. Links neben der Bildmitte ist eine dunkle Wolke, die an ein Seepferdchen erinnert.

Bildcredit und Bildrechte: Jordi Jofre

Die markante Form des Seepferdchennebels bildet eine Silhouette vor dem dichten Hintergrund an Sternen und leuchtendem Wasserstoff. Sie liegt im nördlichen Sternbild Kepheus aus und ist mehrere Lichtjahre breit.

Der Nebel aus dunklem Staub ist Teil einer Molekülwolke in der Milchstraße. Er ist etwa 1200 Lichtjahre entfernt. Das Seepferdchen ist einer von 182 dunklen Gebilden am Nachthimmel, die der Astronom E. E. Barnard Anfang des 20. Jahrhunderts katalogisierte. Daher trägt es auch die Bezeichnung Barnard 150 (B150).

Im Inneren entstehen gerade viele Sterne mit wenig Masse. Doch ihre kollabierenden Kerne sieht man nur in Wellenlängen von Infrarot. Die helle Milchstraße im Kepheus bildet den Hintergrund der galaktischen Landschaft.

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